PD. Dr. Dirk Stederoth

angelehnt an das Kunstprojekt Wasser Interdisziplinär 21

Wasser ist für das Leben auf dieser Erde von zentraler Bedeutung. Nicht nur findet das Leben zu einem großen Teil im Wasser oder im Umkreis von Gewässern statt, sondern die Lebewesen selbst bestehen in der Hauptsache aus demselben. Aber auch die menschliche Kulturentwicklung ist ohne die verbindende Funktion von Gewässern kaum denkbar, weshalb dem Wasser seit jeher eine grundlegende Bedeutung als natürliches Element oder gar als kosmisches Lebensprinzip (wie im indischen Veda oder in der Antike bei Thales), beigemessen wurde.

Wasser als verbindendes Element

Aufgrund dieser Universalität des Wassers wundert es nicht, dass es ein zentrales Thema in unterschiedlichsten Bereichen der Lebenswelt, aber auch unterschiedlichster Bereiche der Wissenschaft ist. Von der Ebene einer sinnlichen Erlebnisquelle über seine ökologische und ökonomische Bedeutung bis hin zur interkulturellen Relevanz bildet das Wasser ein verbindendes Element zwischen unterschiedlichsten Erlebnis- und Erkenntnisräumen und kann als ein als ein flexibles Band zwischen ihnen vermitteln.

Gespräch über ihre unterschiedlichen Zugangsweisen, Perspektiven und Methoden

Deshalb eignet sich Wasser auch ideal dafür, ein thematisches Gewebe zwischen Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaften sowie lebensweltlichen Bezügen zu knüpfen, um diese in ein Gespräch über ihre unterschiedlichen Zugangsweisen, Perspektiven und Methoden zu bringen. Ein solches Gespräch kann zeigen, wie fließend die Übergänge zwischen diesen Bereichen sind und an welchen Stellen Barrieren diesen Fluss wieder teilen. Aber Barrieren bauen sich ab, solange das Gespräch in Bewegung bleibt und alle Teilnehmer sich bewusst sind, dass sie sich auf ein verbindendes Element beziehen, das sie alle ganz unmittelbar betrifft und an dem alle tagtäglich partizipieren.